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TABULA CORTONENSIS

Das drittlängste etruskische Schriftstück, das jemals gefunden wurde

Die Tafel von Cortona, ein mit etruskischen Inschriften in 8 Teilen (ein Teil fehlt) zerbrochenes Bronzeblech, ähnlich groß wie ein Stück Briefpapier, ist das drittlängste je aufgefundene etruskisch Schriftstück nach der Mumie von Zagabria und der Tegula von Capua. Da diese Tafel erst vor kurzem aufgefunden wurde, ist es nicht möglich gewesen, den Ursprungsort zu bestimmen. 

Alles begann am 12. Oktober 1992 mit dem Anruf eines kalabrischen  Zimmermanns beim Landesdenkmalamt. Er hatte dieses Objektes Mitte September auf einer Baustelle bei Piagge von Cortona gefunden. Der Mann erklärte, dass er das Schriftstück für ein paar Tagen behalten hatte, weil er dachte, dass es sich um ein Stück Gittertor handelte. Dann übergab er das Objekt mit anderen kleinen Fundstücken in Anwesenheit eines Landesdenkmalbeamten an die Carabinieri. Aufgrund dessen wurde der Mann wegen Diebstahls zum Staatsschaden angeklagt, aber 2 Jahre später frei gesprochen.

Die Tafel ist auf beiden Seiten mit feinen etruskischen Inschriften graviert, die kalt oder mit Wachsausflussverfahren  eingraviert wurden.

 

Es wird wahrscheinlich in 40 Zeilen und 206 Worten ein Kauf von Land aus III-II Jahrhundert v.C. beschrieben oder  es handelt sich um eine Schiedsspruchurkunde in einem Streitfall um ein Erbe. Am wahrscheinlichsten ist, dass die Tafel aus Cortona von einer Transaktion zwischen der Familie Cusu, zu der Petru Scevas wahrscheinlich gehört hatte und einer Gruppe von 15 Personen berichtete. Einige Zahlen sind ebenso entschlüsselt worden: 10 (sar), 4 (sa) und 2 (zal), diese könnten auf eine Anzahl von Dingen oder Landausdehnungen hinweisen. Es ist ebenso möglich, dass es sich um die Verkaufsurkunde eines Landstücks von den Großgrundbesitzern Petru Scevas und Cusu an kleine Landbesitzern handelt. Auf dem "Tabula Cortonensis" stehen 3 Namenslisten: die ersten sind die Verkäufer, die zweiten sind die Käufer und die dritten sind die Garanten. Die Garanten  waren der oberste Magistrat, die Kinder und die Enkelkinder beider Seiten. Das heißt, dass wer nach dem etruskischen mündlichen Recht einen Vertrag einging nicht nur für sich selbst handelte, sondern auch für seine Abkömmlinge. In Fall von Unglück oder Insolvenz mussten die Kinder oder die Enkelkinder für die Erfüllung des Vertrags sorgen. 

Damals wurden die Urkunden auf wertvolle Materialien überschrieben und in den Notararchiven aufbewahrt. Es ist ziemlich sicher, dass die Tafel aus einer Notarkartei kommt: der Griff darauf und vor allem der verdickte Kopf an seinem Ende beweisen das. Der verdickte Kopf diente dazu, das Bronzeblech aus einer Kartei mit anderen ähnlichen Tafeln des Notararchivs herauszunehmen.

 

 

 

Villa La Morina

-CORTONA-

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